Prälat Arthur Kather

Prälat Arthur Kather

Nach dem Tod von Bischof Maximilian Kaller ist Prälat Arthur Kather zum Kapitularvikar von Ermland (1947 - 1957) ernannt worden. Er war ein zutiefst pastoral engagierter Priester, der auch als Verwalter des Bistums nicht zunächst Organisator, sondern Bewahrer des Glaubens und stärkender Wegweiser für die in ganz Deutschland verstreut lebenden Diözesanen sein wollte.

Lebensdaten im Überblick:

18837.12. geboren in Prossitten, Kreis Rößel
1902Abitur, Gymnasium Braunsberg
190611.02. Hl. Priesterweihe im Hohen Dom zu Frauenburg
1906Februar. Kaplan in Peterswalde, Kreis Braunsberg, und Neuteich / Westpreußen
1908Februar. Kaplan in Braunsberg
1914August. Divisionspfarrer im Felde
19191. Halbjahr. Kaplan in Braunsberg
19192. Halbjahr. Benefiziat an St. Katharinen in Braunsberg mit dem Titel Pfarrer, Leiter des Diözesancaritasverbandes und Diözesanjugendpräses der männlichen Jugend
192401.04. Propst und Dekan von Elbing, Ernennung zum Geistlichen Rat
194012.09. Ausweisung innerhalb fünf Stunden durch die Gestapo aus Elbing und der Diözese Ermland
1940Oktober. Aushilfe in der Seelsorge der Pfarrei Breslau-Hundsfeld (Wendelborn)
1945Januar. Verwaltung einer Kaplansstelle in Hermsdorf, Kreis Waldenburg / Schlesien
1946Mai. Vertreibung aus Schlesien
1946Mai. Aufenthalt in der Diözese Paderborn
1946August. Hausgeistlicher im Marienheim in Rulle, Diözese Osnabrück
194711.07. Kapitularvikar von Ermland
1949Juni. Verlegung der Ermlandzentrale nach Honeburg, Osnabrück-Haste
1949Februar. Ernennung zum Päpstlichen Hausprälaten
1953Dezember. Ernennung zum Apostolischen Protonotar
195409.05. Verleihung des Großen Bundesverdienstkreuzes in Werl
195725.07. Heimgang im Marienhospital in Osnabrück
195730.07. Totenamt im Hohen Dom zu Münster / Westf. Beisetzung auf dem Domherrenfriedhof neben dem Dom

Prälat Paul Hoppe

Prälat Paul Hoppe

Prälat Paul Hoppe wird nach dem Tod von Prälat Arthur Kather zum neuen Kapitularvikar von Ermland (1957 bis 1972) ernannt. Nach der vom Vatikan vorgenommenen kirchlichen Neuordnung wird Prälat Paul Hoppe zum Apostolischen Visitator für Priester und Gläubige aus der Diözese Ermland (1972 bis 1975) ernannt. Er gilt als ein Mann der pastoralen Praxis, ein Priester, dessen ganzes Leben von der Diaspora bestimmt und ein Priester, der stets den Menschen sehr nahe gewesen war.

Lebensdaten im Überblick:

190022.06. geboren in Berlin-Charlottenburg
192519.07. Priesterweihe durch Bischof Augustinus Bludau in Frauenburg. Priesterlicher Dienst in Rastenburg, Elbing (St. Nikolai), Goldap, Königsberg (HI. Familie)
1945Generalvikar für den sowjetisch besetzten Teil der Diözese Ermland, ernannt durch Bischof Maximilian Kaller
1947Ausweisung durch die sowjetische Besatzungsmacht
1948Pastor in Wilster/Schleswig-Holstein, Diözese Osnabrück
195729.7. Kapitularvikar von Ermland in der Nachfolge von Prälat Arthur Kather, Mitglied der Deutschen Bischofskonferenz
1961Das Ermlandhaus in Münster wird Zentrale der Ermländerseelsorge
1964Teilnehmer am 2. Vatik. Konzil in Rom
197228.06. Neuordnung der ostdeutschen Diözesen: Apostolischer Visitator
1975Ruhestand in Stegen bei Freiburg, 1977 in Freiburg-Kappe
1982Verleihung der Bonifatiusplakette durch die Deutsche Bischofskonferenz
198519.07. Diamantenes Priesterjubiläum
1986Verleihung des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
198830.07. Verleihung des Preußenschildes der Landsmannschaft Ostpreußen
198825.09. Prälat Hoppe stirbt im Alter von 88 Jahren in Freiburg i. Br.
Beigesetzt wurde er auf dem Friedhof in Freiburg-Kappel.

Prälat Johannes Antonius Josef Schwalke

Prälat Johannes Schwalke

Prälat Johannes Schwalke wird nach dem Wechsel von Prälat Paul Hoppe nach erreichen des 75. Lebensjahres in den Ruhestand Nachfolger und Apostolischer Visitator Ermland (1975 - 1998). Zuvor war er bereits drei Jahre als Priester im Ermlandhaus tätig. Als Seelsorger ist er seinen anvertrauten Ermländern immer sehr nahe gewesen. Wo immer er als Priester gefragt war, war er für die Menschen dar. So oft er konnte hat er Gottesdienste überall in Deutschland und im Ermland mit seinen Ermländern gefeiert. Als Geistlicher Beirat der Gemeinschaft Junges Ermland hat er auch die jungen Menschen geprägt.

Lebensdaten im Überblick:

1923Geboren und getauft im Marienwallfahrtsort Dietrichswalde, Kr. Allenstein, Ostpreußen
1951Priesterweihe für Ermland in Freiburg / Br. durch Erzbischof Wendelin Rauch
1951Seelsorgedienst als Kaplan
1958Seelsorgedienst als Pfarrverweser in der Erzdiözese Freiburg / Br.
1973Pfarrer im Ermlandhaus in Münster
1975Apostolischer Visitator und Nachfolger von Prälat Paul Hoppe
1998Wechsel in den Ruhestand und gleichzeitiges Erlöschen des Amtes des Apostolischen Visitators Ermland
1999Während der Vakanz bis zum 31. März 2000 bleibt der Alt-Visitator auf Wunsch des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Kommissarischer Leiter der Visitatur Ermland
200729.10. Prälat Schwalke stirbt im Alter von 84 Jahren in Daun / Eifel
und wird auf dem dortigen Friedhof beigesetzt.

Brückenbauer zwischen Deutschen und Polen

Der ehemalige Apostolische Visitator für die Heimatvertriebenen und deren Nachkommen aus der Diözese Ermland (Ostpreußen), Prälat Johannes Schwalke, ist wie kein anderer Visitator in seiner Amtszeit zum Brückenbauer zwischen Deutschen und Polen geworden. Seine persönlich aufgebaute Freundschaft zum polnischen Erzbischof von Ermland, Dr. Edmund Piszcz, hat maßgeblich zum Versöhnungsprozess beigetragen. So konnte schon unmittelbar nach der Wende aus Anlass des Papstbesuches im Jahre 1991 der erste deutschsprachige Gottesdienst für die deutsche Minderheit im Ermland gefeiert worden. Seitdem gibt es regelmäßig Heilige Messen in deutscher Sprache. Die Gottesdienste hält inzwischen ein deutscher Priester. Prälat Schwalke war 1975 vom Papst zum Visitator ernannt worden und gehörte bis zu seinem Ausscheiden aus dem Amt Ende 1998 der Deutschen Bischofskonferenz an.

Seine Aufgabe als Seelsorger für die Ermlandfamilie nahm Prälat Schwalke sehr ernst. An fast allen Wochenenden fuhr er bundesweit zu Treffen der Ermländer, die immer mit einem oder mehreren Gottesdiensten verbunden sind. Als gleichzeitiger Jugendseelsorger für die Gemeinschaft Junges Ermland hat er Hunderte junger Katholiken in ihrem Glauben bestärkt. Bis März 2001 war er zudem Vorsitzender der Bischof-Maximilian-Kaller-Stiftung e.V., dem ermländischen Hilfswerk.

Johannes Schwalke erblickte am 15. Januar 1923 im Marienwallfahrtsort Dietrichswalde (Kreis Allenstein, Ostpreußen) das Licht der Welt. 1941 bestand der Sohn einer Lehrerfamilie in Rößel das Abitur. Er studierte daraufhin drei Semester Medizin. 1942 wurde er zum Wehrdienst eingezogen. Während des  Zweiten Weltkrieges wuchs bei dem jungen Sanitäter der Wunsch, Priester zu werden. 1946 ging er, aus französischer Kriegsgefangenschaft kommend, nach Freiburg/Breisgau. Erzbischof Gröber nahm ihn persönlich in das Theologenkonvikt auf. Fünf Jahre später weihte ihn Erzbischof Wendelin Rauch am 24. Juni 1951 zum Priester für das Bistum Ermland. Bis 1958 als Kaplan und danach bis 1973 als Pfarrverweser leistete Schwalke an unterschiedlichen Orten im Erzbistum Freiburg seinen priesterlichen Dienst. 1973 wurde er vom damaligen Apostolischen Visitator Ermland, Prälat Paul Hoppe, als Priester ins Ermlandhaus Münster, der Zentrale der Ermlandfamilie, berufen. Zwei Jahre später wurde Prälat Schwalke der Nachfolger von Prälat Hoppe. Mit Erreichen seines 75. Geburtstag bot Schwalke den Statuten für Bischöfe gemäß dem Papst seinen  Rücktritt an. Ende 1998 ging er in den Ruhestand. Seit April 1999 lebt er im Seniorenhaus Regina Protmann in Daun (Eifel). Bis zur Ernennung  seines Nachfolgers Dr. Lothar Schlegel durch die Deutsche Bischofskonferenz blieb Schwalke bis zum 31. März 2000 kommissarischer Leiter der Visitatur Ermland. Prälat Schwalke war danach weiterhin als Seelsorger aktiv und nahm in vielen Orten der Bundesrepublik an Treffen der Ermländer teil.   Prälat Schwalke stirbt am 29. Oktober 2007 im Alter von 84 Jahren in Daun / Eifel und wird unter großer Anteilnahme der Ermländer auf dem dortigen Friedhof beigesetzt.    

Msgr. Dr. Lothar Hans Peter Schlegel

Msgr. Dr. Lothar Schlegel

Nachdem Papst Johannes Paul II. per Dekret die Ämter der Apostolischen Visitatoren zum 31. Dezember 1998 auslaufen ließ, gab es bei den Ermländern eine Vakanz. Prälat Johannes Schwalke leitete auf Bitte des Vositzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) die Ermländerseelsorge zunächst kommissarisch weiter, bis die DBK zum 1. April 2000 Msgr. Dr. Lothar Schlegel zum Visitator für Priester und Gläubige aus dem Bistum Ermland ernannte (2000 - 2011). Im Jahr 2010 bekam er zudem die Verantwortung als Visitator für Danzig (2010 - 2011) und Schneidemühl (2010 - 2011). Mit Erreichen der Altersgrenze schied Msgr. Dr. Lothar Schlegel im Oktober 2011 aus dem Amt aus. Das Amt blieb vakant, ehe die Deutsche Bischofskonferenz im Jahr 2013 mitteilte, dass sie keinen Visitator mehr für Ermland, Danzig und Schneidemühl ernennen will.

Lebendaten im Überblick:

1941geboren in Freimarkt (Krs. Heilsberg, Ostpreußen), Sohn der Eheleute Johannes S. und Lucia (geb. Wölke) Schlegel
1962Studium der Theologie in Paderborn und München
1968Priesterweihe in Paderborn für die Diözese Paderborn; Vikar in Dortmund
seit 1971Gymnasiallehrer für Katholische Religion und Sozialwissenschaften in Herne
1990Konsistorialrat beim Apostolischen Visitator für Klerus und Gläubige der Diözese Ermland
1998Ehrendomherr des Ermländischen Metropolitankapitels, Frauenburg / Allenstein
2000Visitator für Klerus und Gläubige aus der Diözese Ermland
2002Päpstlicher Ehrenkaplan
2010Zusätzlich Visitator für die Katholiken aus der Freien Prälatur Schneidemühl und der Diözese Danzig.
2011Entpflichtung vom Amt nach Erreichen der Altersgrenze von 70 Jahren